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Biografie von Anna Magdalena Bach

Anna Magdalena Bach, geborene Wilke, kam am 22. September 1701 in Zeitz zur Welt. Ihr Vater Johann Caspar Wilke war der fürstlichen Hof- und Feldtrompeter zu Sachsen-Weißenfels. Sie erhielt eine solide Gesangsausbildung bei einer berühmten weißenfelsischen Hofsängerin.

Nach ihrer Ausbildung wurde sie an den Köthener Hof berufen, um dort als ausgebildete Meistersängerin für den Fürsten zu singen. Dort lernte sie den Hofkomponisten Johann Sebastian Bach kennen. Am 3. Dezember 1721 heirateten Johann Sebastian Bach und Anna Magdalena Wilke. Für Johann Sebastian Bach war es nach dem Tod seiner ersten Ehefrau die zweite Ehe. Bis zu ihrer Übersiedlung nach Leipzig im April 1723 blieb Anna Magdalena auch als verheiratete Frau in ihrer Stellung als Hofsopranistin. Im Dezember 1722 bewarb sich Bach um das Thomaskantorat in Leipzig. Er erhielt die Stelle und siedelte mit seiner Familie 1723 nach Leipzig über. Anna Magdalena Bach konnte nun als Sängerin nicht mehr arbeiten, da die Oper geschlossen und es nicht üblich war, dass Frauen in einer Kirche sangen. Ihr Singen beschränkte sich von nun an auf einige auswärtige Gelegenheiten und die Hausmusiken, welche für die Familie Bach und ihr Umfeld von großer musikalischer Bedeutung waren.

Anna Magdalena Bach stand ihrem Mann zur Seite. Sie war ihm behilflich, indem sie die Bibel, das Kirchengesangsbuch und verschiedene Gedichtsammlungen las, um auf Texte zu stoßen, die sich für Kantaten eigneten. Sie kopierte handschriftlich zahlreiche seiner Kompositionen in mühevoller Arbeit.  Außer den Kindern und ihrem Ehemann versorgte sie noch viele Schüler ihres Mannes sowie zahlreiche Gäste.

Aus den Jahren 1722 und 1725 existieren zwei Notenhefte, bekannt als Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, die Johann Sebastian und Anna Magdalena Bach zusammengestellt haben. Darin befinden sich Klavierkompositionen von Johann Sebastian Bach und von anderen Autoren sowie Gesangsstücke. Während der Ehe mit Johann Sebastian Bach gebar Anna Magdalena dreizehn Kinder, wovon sieben im Kindesalter starben. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1750 blieb sie mit drei Töchtern in Leipzig zurück.

Anna Magdalena Bach starb am 29. Februar 1760.